„du pâturage“

Berger des Pyrénées aus der Zuchtstätte von Udo Kopernik

cbp-Züchter
Home

Unsere Hunde

»Polie«

Zarzuela »Polie« vom Wunderhorn

Zarzuela »Polie« vom Wunderhorn

Nachdem feststand, dass wir uns mit Emma Peel du pâturage züchterisch in eine Sackgasse manövriert hatten, sollte 2003 der Grundstein für einen Neuanfang gelegt werden. Wie bereits schon oft, halfen uns Claudia und Josef Müller. Es zog Zarzuela vom Wunderhorn aus der Eifel nach Büllesfeld und zunächst stand die Suche nach einem praktikablen Rufnamen am Anfang. Da ihr eine gewisse Respektlosigkeit, die durchaus bestimmt war, gegenüber unseren Besuchern nicht fremd war, sollte ihr Alltagsname auch Programm sein: Polie (frz.), die Höfliche. Verbunden mit einer kompromisslosen Anleitung blieb der Erfolg nicht aus.
Polie selbst ist dabei selbst nicht wählerisch was die Aussprache ihrers Namens betrifft. Denn gleich ob Freunde mit fränkischen Wurzeln ein Poldi daraus machen oder mir in Eile oder aus Ärger ein Polli heraus rutscht – sie weiß, wer gemeint ist.
Sie zeigte von Anfang an alle Eigenschaften, die wir an dieser einzigartigen Rasse so schätzen. Viele vermeintlich gegensätzliche Verhaltensweise, die sich wunderbar ergänzen und ausgleichen. Wobei ihr unser Freund Richard, der mich lange Zeit bei meinen Spaziergängen begleitet hat, ihr eine gehörige Portion Humor unterstellt: „Dein Hund ist ein richtiger Clown. Der lässt sich jeden Tag was Neues einfallen, damit wir was zu Lachen haben.“ Kein Wunder also, das der Berger des Pyrénées und der Rheinländer so gut miteinander auskommen. Ihr Blick auf dem Foto macht aber auch deutlich, dass nicht immer nur Spaß und Freude herrscht, sondern sie auch anders kann. Eine Anekdote beschreibt diese Hütehund-Eigenschaft am besten. Bei unseren Spaziergängen kontrollieren wir auch stets Richards Weiden, wenn seine Charolais-Rinder  darauf stehen. Ist der Weidezaun in Ordnung, haben die Tiere Wasser und vor allem: sind auch alle da? Eine der Weiden bildet ein kleines Tal, das von einem kleinen Rinnsal geteilt wird. Eines Tages befand sich die Herde auf der jenseitigen Seite der Weide etwas mehr als einhundert Meter von uns entfernt. Ein Kalb stand jedoch auf der uns zugewandten Seite des Hanges weit von den übrigen Tieren entfernt. Bereits als wir uns der Weide näherten, hörten wir, dass nicht alles seine gute Ordnung hatte, weil das Muttertier mit dem Verhalten des Kalbes nicht einverstanden war. In Sichtweite wurde dann auch Polie ziemlich unruhig, denn sie hat ihre eigene Vorstellung von der Ordnung in einer Viehherde. Und ein isoliert stehendes Tier passt nicht in ihr Weltbild. Wenn wir in solchen oder vergleichbare Situationen geraten, muss ich immer auch für den Hund mitdenken und vorausdenken, um dann ein wenig schneller zu sein. Sie reagiert in wahrsten Sinne des Wortes schlagfertig und mit einem hohen Maß an Eigeninitiative. Und das Bild auf der Weide sagte dem Hund: Hier sollte jemand schnell für Ordnung sorgen. Eine schnelle und unmissverständlichen Ansage verteilt dann die Rollen. Ein bisschen widerwillig blieb sie also bei mir, während Richard über den Zaun stieg und nach dem Kälbchen sah. Das war der Moment wo die Rinder ihren Landwirt erkannten und mit lautem Geblök sich auf den Weg machten, ihn zu begrüßen. Es ist ein faszinierendes Erlebnis, wenn sich etwas mehr als zehn Rinder mit jeweils über 800 Kilogramm Gewicht nahezu leichtfüßig und mit enormer Geschwindigkeit begleitet von bedrohlichem Stampfen in Bewegung setzen. Ich beobachtete dieses Schauspiel derart gebannt, dass ich einen kurzen fragenden Blick an meiner Seite übersehen haben muss. Keine Zeit für Diskussionen und so schoss ein kleiner schwarzer Blitz den Kühen entgegen, dem das Gewichtsverhältnis von gut zehn Kilogramm zu vielen Tonnen ebenso gleichgültig war, wie die offensichtliche Überzahl, der sie sich entgegenwarf. Keine Zeit für Diskussionen eben. Die Rinderherde ließ sich ebenso wie ich von dem „Größenwahn“ des kleinen Hundes beeindrucken, bremste mit der Verzögerung, die ihre Masse physikalisch zuließ und näherte sich gesittet und mit dem nötigen Respekt dem vereinzelten Kalb und Richard, der es inzwischen erreicht hatte. Und bevor die Kühe merken konnten, dass es gar kein Blitz war, der sie bedroht hatte, brachte ein deutlicher Pfiff mein Polie wohlbehalten zu mir zurück und wir beobachteten beide mit etwas erhöhtem Puls den Ausgang der Episode, der für das erkrankte Kalb trotz allem kein gutes Ende nahm.

Zarzuela vom Wunderhorn

Zarzuela vom Wunderhorn

So ist er, der Pyrenäen-Hütehund: reaktionsschnell, schnell auf den Beinen, eine Mischung aus Initiative und Zurückhaltung, selbstbewusst und abwartend oder gar misstrauisch allem Fremden gegenüber, enorm lernfähig mit großem Durchsetzungsvermögen, sensibel und manchmal auch empfindlich – besonders wenn er sich dem Unmut seines Herrn ausgesetzt sieht. Und weil er uns eben alles recht machen will, gibt er auch den Clown. Denn wenn wir über seine Eskapaden lachen, muss er ja alles richtig gemacht haben.

Und wer den Berger des Pyrénées richtig kennen lernen will, sollte bei einem Züchter des cbp einen Besuchstermin vereinbaren. Die Anschriften und Rufnummern kennt alle Heinz Kagel, der auch für die Welpenvermittlung im Club verantwortlich ist:

Club Berger des Pyrénées · Heinz Kagel

Zur Vorbereitung auf einen Besuch empfehle ich dringend die Lektüre der Info-Broschüre des cbp, in der der Pyrenäen-Hütehund umfassend vorgestellt wird:

Informationen zu einer einzigartigen Rasse