„du pâturage“

Berger des Pyrénées aus der Zuchtstätte von Udo Kopernik

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Rabatt auf die Hundesteuer

Da sind wir ein paar Tag in Urlaub und in unserer Heimatstadt Hennef wird die erst im Juni verabschiedete Hundesteuersatzung verschlimmbessert. Schlimmer wurde es bereits im Sommer für die vom Landeshundesgesetz NRW als „gefährlich eingestuften Hunde“, für die ein drastischer Aufschlag auf den Normalsatz von 90 Euro beschlossen wurde und der stufenweise zum 1. Januar 2013 auf 595 Euro steigen wird. Dafür bekommen aber Jagdhunde einen Nachlass von von 25%. Die Zahlen, die hinter diesen Entscheidungen stehen, machen deutlich, dass Politik selbst auf kommunaler Ebene sich nicht an Fakten orientieren muss, sondern gerne auch von persönlichen Interessen der Volksvertreter geleitet wird. Auf die Idee des Rabattes für den Jagdhund brachte CDU Ratsfrau Christa Große Winkelsett pikanter Weise der Antrag eines Rottweiler-Halters.

Während in Hennef grundsätzlich 90 Euro Steuer abzuführen sind, wenn ein Hund im Haushalt gehalten wird, müssen für die im NRW-Gesetz gelisteten Hunde (also auch die Hunde bestimmter Rassen, wozu auch der Rottweiler zählt) jetzt 252 Euro gezahlt. Diese „Strafsteuer“ wird sich in den kommenden Jahren nochmals erhöhen, denn ab 2012 werden 402 Euro fällig und ab 2013 sind es dann 552 Euro. Hintergrund dieser Entscheidung ist die als bedrohlich empfundene Anzahl solcher Hunde im Stadtgebiet. Die Gemeinde Hennef ist eine Flächengemeinde und die ca. 45.000 Einwohner verteilen sich auf die eigentliche Stadt und über 100 Dörfer. Es ist alles eher ländlich, denn urban geprägt. Nun möchte man die Zahl der im Landeshundegesetz gelisteten Rassen über die Strafsteuer im Stadtgebiet zurückdrängen (also deren Halter zum Wegzug bewegen?). Vielleicht hätte man stattdessen auch Einzelgespräche führen können. Denn die Stadt weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass auf dem Stadtgebiet (105 Quadratkilometer) 37 dieser Tiere gehalten werden. Dies mag erklären, warum mir persönlich noch keiner begegnet ist. Eine große Gefahr schient von den meisten auch nicht auszugehen. Immerhin für 21 dieser Hunde wurde der Nachweis erbracht, dass von ihnen keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht; sie wurden nach einer Verhaltensprüfung von der Leinenpflicht befreit. Blieben also noch 16. Offenkundig lohnte sich für diese überschaubare Zahl die Steuererhöhung nicht und so blieben die anderen mit im Boot.

Beißunfälle

In der Stadt gab es im vergangenen Jahr 13 Beißunfälle, davon wurden drei Mal Menschen gebissen und zwei Mal war ein als gefährlich eingestuften Hund. Ich mag das jetzt nicht in Relation zu den 45.000 Einwohnern bringen. Bedrohlich erscheinen diese jedoch Zahlen nicht.

Der Rabatt

Ein ehrenamtlich tätiger Landschaftswart hatte nach dem Ratsbeschluss im Sommer nun den Antrag gestellt, für seinen Rottweiler auch nur den normalen Steuersatz zu zahlen. Sein Hund gilt nicht als gefährlich, ist von der Maulkorb- und Leinenpflicht befreit und begleitet den Herrn bei seiner Tätigkeit. Nö, sagte der zuständige Ausschuss. Besser an kam hingegen der Antrag von Frau Große Winkelsett, die jagdlich geführten Hunde besonders niedrig zu besteuern. Begründung: Jäger müssen mit ihrem Hund insbesondere nachts häufig raus, um nach Unfällen das verletzte Wild zu suchen. Die Ratsfrau muss es wissen, denn sie ist auch Leiterin des Hegeringes Hennef im Deutschen Jagschutzverband. Schade nur, dass keine Zahlen aus der Ausschuss-Sitzung nach außen gedrungen sind. Mich hätte schon interessiert, wieviel Jagdhunde es in der Stadt gibt und wer von denen wie oft im vergangenen Jahr im öffentlichen Auftrag nachts verunfallte Wildschweine und Rehe aufgespürt hat.

Es wird was geboten

Da der Steuersatz von 90 Euro nur bei einem Hund im Haus gilt und bei zwei Hunden  bereits 132 Euro und ab drei Hunden 156 Euro fällig werden – pro Hund und Jahr – können sich Emma, Polie und Klein-Käthchen kaum beklagen. Sie bekommen vom Rat der Stadt Hennef für 468 Euro was geboten. Wie heißt es so treffend in der Pressemitteilung der Stadt: „Die erhöhte Steuer soll also eine abschreckende Wirkung haben.“

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