„du pâturage“

Berger des Pyrénées aus der Zuchtstätte von Udo Kopernik

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Wer niemals mit den Schafen spricht

Klein KäthchenDas Schäfersprichwort: „Wer niemals mit den Schafen spricht, das ist ein arger Böswicht.“ lässt sich auch bestens auf andere Tierarten übertragen; setzen wir einmal voraus, dass der Gedanken- und Informationsaustausch mit den Mitmenschen gegeben ist. Eine kleine Ansprache hat in dieser Woche unsere beiden Hundedamen Emma und Polie sowie das Hundemädchen Käthchen zutiefst beeindruckt und die ruhigen Worte und das Erklären von Zusammenhängen hatte einen nachhaltigeren Eindruck bei den dreien hinterlassen, als alle lautstarken Ermahnungen zuvor. Den Hintergrund bildet das fehlende Nachtflugverbot des Flughafens Köln-Bonn, in dessen Einflugschneise unser Haus liegt. Die landenden Flugzeuge überfliegen nicht immer unseren Ort, denn es gibt verschiedene Routen und manchmal ist es mehrere Tage ruhig. Das hat man anscheinend extra so eingerichtet, damit wir zwischendurch wahrnehmen, wie schön ein Nachtflugverbot wäre …In der letzten Woche waren wir aber dran. Und mit Emma beginnend, begrüßten unsere Hunde zunächst hin und wieder die herannahenden Flugzeuge mit Herz und Ohren zerreißendem Heulen. Meine Frau meinte zunächst, die Flieger überflögen tiefer als sonst unser Büllesfeld und unsere Hunde versuchten die Kapitäne zu warnen: „Zu früüüüüh!“ Ich vertrat hingegen die Auffassung: „Die spinnen, die Hunde.“ Wie sich später herausstellen sollte, lagen wir mit unseren Vermutungen völlig daneben. Und wie das so ist mit der guten Laune, wenn man nachts aus dem Schlaf gerissen wird – obwohl man sich doch schon an die Flugzeuge gewöhnt hat – wurden die Wünsche nach Ruhe mit Nachdruck vorgetragen. Das hatte verschiedene Wirkungen: die Hunde wurden überstimmt und gaben Ruhe; die Flugkapitäne wunderten sich über den Lärm am Boden und die Nachbarn wurden auch wach – geteiltes Leid … Das ging so weiter, bis mich unser Gesangstrio an einem Morgen nach dem Frühstück und bei bester Laune mit ihren Obertönen überraschten. Ich ging zu ihnen in den Garten, betrachtete sie amüsiert und begann ganz leise mit ihnen zu reden: dass sie ziemlich leichtsinnig seien und sich überhaupt keine Vorstellungen von den Auswirkungen ihres Geheuls machen würden. Ich hatte schnell ihre volle Aufmerksamkeit. Sie hörten auf zu heulen, blieben wie angewurzelt stehen (sonst kommen sie immer gleich angeflitzt) und hörten mir gebannt zu. Von welchen Konsequenzen redet er bloß, schienen sie zu fragen. Da ist Schlagfertigkeit gefordert: „Tja meine Damen, was meint ihr, was geschieht, wenn eins von den Dinger eurem Ruf folgt? Dann habt ihr den A318 auf unseren Hof gelockt und dann steht die Kiste hier: 30 Meter lang und 100 Menschen drin; wenn die ausgestiegen sind, wird es eng für uns. Denkt mal drüber nach.“ Dann machte ich kehrt und ging an meinen Schreibtisch zurück. Die Hunde blieben ratlos oder nachdenklich zurück – und haben bis heute kein Flugzeug mehr begrüßt …

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