„du pâturage“

Berger des Pyrénées aus der Zuchtstätte von Udo Kopernik

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Der Preis ist heiß

Man kommt ja nicht daran vorbei. Während früher die Gören einen kräftigen Rüffel erhielten, wenn sie dieses Wort in den Mund nahmen, verdiente sich eine Agentur mit der Geiz-Kampagne für ein großes Elektro-Warenhaus eine goldene Nase – geil! Wenn die Leute also Geld sparen wollen oder müssen und der Konsum nicht so läuft, wie es die Wirtschaft eigentlich bräuchte, wird die Sache einfach umgekehrt. Obwohl ja etwas anderes gemeint ist.

Der richtige Geizhals gibt nämlich so gut wie gar nichts aus und hortet lieber seine Knete. Hier soll man ja trotzdem Geld ausgeben, nur vermeintlich weniger, als die angebotenen Artikel eigentlich wert sind. Man muss jetzt kein begnadeter Ökonom sein, um zu erkennen, dass Wirtschaft so auch nicht funktionieren kann. Dann nämlich würde nur die Agentur und der Kunde was verdienen. Der Auftraggeber ginge leer aus. Wenn er das lange genug macht, kann er nicht nur die Agentur nicht mehr bezahlen, sondern auch seine Regale nicht mehr füllen. 

Fatal daran ist, dass trotzdem die Meinung gebildet wird, Qualität sei auch zu jedem denkbar kleinen Preis zu erwerben. Bei einigen Massenprodukten mag das in bestimmten Grenzen ja auch funktionieren. Es heißt im Volksmund aber auch: Masse statt Klasse. Und auch darin lässt sich Wahrheit finden. Eine Freundin erzählte mir, dass sie als kleines Kind mit der Tante an den schicken Läden des Berliner Kurfürsten Damms vorbei flanierte und vor einem Kleid in der Auslage eines noblen Geschäfts fasziniert stehen blieb. So etwas teueres würde sie sich wohl nie leisten können, erklärte sie der alten Dame. Die Tante meinte darauf hin ziemlich trocken, dass ihre Familie nicht genug Geld hätte, um billige Sachen zu kaufen. Wie aber soll eine derart simple Wahrheit gegen eine ausgefuchste Medienkampagne ankommen? 

Ein Dilemma, in dem sich durchaus auch unsere Züchter befinden. Sie müssen sich gegen eine Konkurrenz behaupten, die an die Geiz-Mentalität der Gesellschaft appelliert, auch wenn das nicht so offen ausgesprochen wird. Professionelle und semi-professionelle Tierhändler setzen auf Faktoren, gegen die ein seriöser Züchter kaum ankommen kann. Da ist zum einen der Preis und vor allem die Verfügbarkeit. Wünsche müssen heute nicht nur billig erfüllbar sein, sondern auch sofort. Da kann ein Hobby-Züchter nicht mithalten. Und selbst wenn hinter ihm ein gut strukturierter und organisierter Zuchtverein steht, werden Grenzen schnell sichtbar. Dann werden oft genug die Distanzen zum Züchter groß. Das alles ist inzwischen in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt, wie die Ergebnisse von Umfragen zeigen. Zu einer Veränderung des Verhaltens hat es aber nicht geführt. Das lässt sich an den Welpenzahlen der VDH-Vereine leicht ablesen. Die bewegen sich auf unverändert niedrigem Niveau, obwohl die Zahl der Hunde in Deutschland nahezu unverändert blieb. So was nennt man Rückgang beim Marktanteil. Davon kann auch unser Bio-Metzger ein Lied singen. Fast jedem ist klar, dass die besonderen Haltungs- und Aufzuchtbedingungen ihren Preis haben und der gute Mann sein Fleisch und seine Wurst teurer anbieten muss, als der Supermarkt, der ein paar Meter weiter mit Sonderangeboten lockt. Als BSE die Medien beherrschte, ging es ihm teilweise so gut, dass auch er Probleme mit der Verfügbarkeit seiner Produkte hatte. Jetzt hat sich alles wieder beruhigt und Verbraucher haben ein kurzes Gedächtnis. Raten Sie, wo jetzt wieder überwiegend eingekauft wird? Soll man deshalb resignieren? Ich meine nicht! Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass die Wege lang sind. Und hin und wieder muss man dabei hinterfragen, ob Aufklärung und Beratung die einzigen Mittel sind, die zur Verfügung stehen. Denn warum bestimmte Hunderassen bei Hobbyzüchtern 2.000 Euro kosten müssen, erschließt sich nicht nur mir schwer.

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