25 Jahre Berger des Pyrénées
Am 24. April 1982 wurden in einer Parterrewohnung in Kerpen-Sindorf Aramis, Athos, Artiste und Aude du pâturage geboren, deren Mutter Astrée (> Foto 3) die erste Hündin der Familie war. Damit die Welpen genug Platz und direkten Zugang zum Garten hatten, wurde das Wohnzimmer kurzerhand komplett ausgeräumt. Da dies aber auf Dauer kein Zustand – vor allem für die Familie war, den Welpen hatte es an nichts gefehlt –, zogen Renate, Udo und Leif Kopernik vor dem B-Wurf nach Büllesfeld, und dort haben seitdem alle viel Platz.
129 Bergers sind dort inzwischen aufgewachsen, darunter sogar einige Kurzhaar-Würfe. Das war nicht unbedingt gewollt herbeigeführt: 1984 ging ein Welpe nach Frankreich zu Gérard Ravier und im Tausch kam Vanille du Grand Bestiolan nach Büllesfeld. Als Gérard Ravier nach ca. einem Jahr auf seiner Fahrt zu uns, denen er ein Thônes-et-Marthaud-Schafböckchen bringen wollte, bei Renate und Udo Kopernik Station machte, meinte er beim Anblick Vanilles überrascht: „Oh, züchten Sie jetzt auch FaceRase?“ Dieses mangelnde Erinnerungsbewusstsein des Züchters ging allerdings unter in Renates erschrecktem Aufschrei, weil das Böckchen, dem man auch eine Pause aus seinem Abteil im Wohnmobil der Familie Ravier gegönnt hatte, zielstrebig alle Rosenblüten in Renates Garten kappte. Darüber war der französiche Züchter als geborener Feinschmecker nun wiederum keineswegs überrascht: „Die Blüten sind süß, der weiß als Franzose, was schmeckt!“
Nichts desto trotz wurde Vanille Mutter der auf Ausstellungen und in der Zucht erfolgreichen Innée du pâturage (> Foto 4). Drei Jahre hintereinander (1990-1992) wurde diese Hündin Clubsiegerin FaceRase, wie wir die Kurzhaar-Bergers damals noch nannten. Die Exkurse der Zuchtstätte du pâturage nach Frankreich bleiben nicht ohne besonderen Erinnerungswert. Unvergessen sind z. B. die Abenteuer von Cébulon du Val de la Tomière (> Foto 2), bis hin zu seinem denkwürdigen Tod im Alter von 15 Jahren (nachzulesen in Pypo Nr 37, 1/91). Wirklich aufgebaut hat Udo Kopernik dann aber seine Zucht mit Julchen – Julia vom Wunderhorn (> Foto 6), einer Ausnahmehündin, die das Cover der zweiten Auflage des Buches „Der Pyrenäen-Schäferhund“ ziert.
Ihre Töchter Fleur du Mal du pâturage und Jojo du pâturage (> Foto 5) werden für die Zucht eminent wichtig. Besonders Jojos Tochter Quinquina (> Foto 7) wird zu einer hervorragenden Zuchthündin. Ihre Nachkommen Rantanplan, Ubo, Boogie wurden auf vielen Ausstellungen erfolgreich gezeigt und gerne als Deckrüden eingesetzt.Die Hündinnen Olivia, Quignon, Roxane, Undine, Vivian, Charade, Colette, Dédée infizieren ihre Besitzer mit dem Berger-Virus und bilden für diese Züchter die Ausgangshündinnen ihrer Zuchtstätten.
Quinquinas Tochter Zoletta ist die Mutter von Emma Peel, die den G.2 und H.2 Wurf du pâturage bringt. Leider ist es jedes Mal nur ein einziger Welpe. Dafür gibt es im bisher letzten Wurf in der Zuchtstätte, dem I.2 Wurf du pâturage, mit Zarzuela vom Wunderhorn als Mutter dann aber 5 Welpen, darunter Ilsa Lund du pâturage (> Foto 8).
Nicht nur als Freund und Züchter haben wir Udo in all den Jahren schätzen gelernt. Gar nicht wegzudenken ist er seit einem Tag vor mehr als 25 Jahren, wo an einem denkwürdigen Ort beschlossen wurde, die Ausgliederung unserer Bergers aus dem CFH, dem Club für Französische Hirtenhunde, zu betreiben und für den Berger des Pyrénées einen eigenständigen Rassehundezuchtverein im VDH zu gründen, unseren CBP.
Seitdem hat Udo wesentlich zum Aufbau dieses modernen Rassehundezuchtclubs mit inzwischen mehr als 1000 Mitgliedern beigetragen, managt als Geschäftsführer unseren CBP und erfreut uns regelmäßig alle zwei Monate mit einer neuen Pypo. Im VDH gehört Udo inzwischen zu den Vorstandsmitgliedern. Wir wünschen uns ganz persönlich, allen CBP-Mitgliedern und natürlich last but not least und vor allen Udo und Renate selbst weitere erfolgreiche und schöne
Fünfundzwanzig Jahre Bergers du pâturage
Josef & Claudia Müller
erschienen in der PyrenäenPost 110/2.2007



