„du pâturage“

Berger des Pyrénées aus der Zuchtstätte von Udo Kopernik

cbp-Züchter
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Nomen est omen – Hundenamen

Hundemenschen sind ein merkwürdiges Völkchen

Das denken nicht nur Leute ohne Hund sondern auch die mit, also Hundemenschen von sich selbst. Eine Nabelschau hin und wieder muss nicht zwingend verwerflich sein. Erst recht nicht, wenn man sich selbst auch einmal kritisch betrachtet. Eine Gabe, die nicht jedem gegeben ist. Und nur auf den ersten Blick erstaunt, dass ausgerechnet ihr Fehlen von Betroffenen nicht als Mangel empfunden wird. Aber zurück zu den Menschen mit Hund. Sie haben etliche Gemeinsamkeiten. Zunächst einmal den Hund – was auf der Hand liegt; dann zählen sie zu einer Minderheit in unserer Bevölkerung, was man hin und wieder unangenehm zu spüren bekommt.

Anekdoten

Fast alle, unabhängig von Bildungsstand und sozialer Herkunft, können ihre Mitmenschen – gleich ob mit oder ohne Hund – Stunden lang mit Anekdoten ihres Hundes erheitern. Wie gesagt: können! Müssen aber nicht. Was nicht bedeutet, dass die Geschichten aus dem Leben eines Vierbeiner nicht erzählt würden. Sie werden erzählt – garantiert. Nur dass sie erheitern, ist nicht immer garantiert. Das liegt natürlich daran, dass man schnell vergisst, wem man welche der Hundegeschichten bereits erzählt hat. Und so werden nahezu zwangsläufig die selben Anekdoten den selben Zuhörern mehrmals geschildert. Soweit die nennenswerten Übereinstimmungen in der Gruppe der Hundehalter. Denn sie zerfällt bei näherer Betrachtung in viele kleine Gruppen mit höchst unterschiedlichen Interessen und verschiedenen Motiven, die Mensch auf den Hund brachte. Einige Grüppchen verfügen untereinander noch über mehr oder wenige große Schnittmengen von Gemeinsamkeiten. Andere stehen zueinander eher wie Hund und Katz.

Hundemenschen sind halt auch nur Menschen

Vielleicht mit ein Grund dafür, dass sie nicht richtig zusammen rücken konnten, als die Mehrheit auf die Minderheit losging. Möglich auch, dass es andere Ursachen gab. Denn wie in den meisten Gruppen gibt es auch unter uns Hundlern Fundamentalisten, die sich und die Welt ausschließlich über den Hund, nein, besser: ihren Hund, sehen und definieren. Wem diese fundamentale Sichtweise abgeht, empfindet solche Zeitgenossen als anstrengend und nervend. Das kann man aushalten, selbst wenn es strapaziös ist. Wir wären jedoch auf dieser Welt schon ein ganzes Stück weiter, wenn alle Fundamentalisten sich darauf beschränken würden, ihren Mitmenschen (nur) auf den Wecker zu gehen.

Hundnamen

Aufschlussreich – und auf jeden Fall erheiternd – ist ein Blick oder Ohr auf die Namen zu werfen, die den Hunden mitgegeben werden. Da offenbaren wir Hundemenschen völlig hemmungslos unsere Vorlieben und Neigungen. Von Klaus-Peter, dem Retriever, habe ich hier bereits berichtet. Eine wahre Fundgrube stellt aber der Katalog von Deutschlands größter Zuchtschau in Dortmund dar. Über 5.000 Vor- und Zunamen werden für’s Geld geboten. Bei einer ersten Sichtung stelle ich fest (will heißen, muss nicht zwingend einer genauen Prüfung standhalten), dass große Hunde entweder einfach wie Hunde heißen, Arco, Anna oder Gina oder mir ihrer Erscheinung nicht hinter dem Berg halten: Red Giant, Ursus, Ambassador verheißen schon viel Hund. Von solchen Brocken kann ich natürlich erwarten, dass sie »Fearless« oder elegant wie ein »Bentley« sind. Wer stark ist, kann natürlich auch einmal mit der Faust auf den Tisch hauen, wie etwa Schimanski, der Highländer oder barbarisch sein: Conan. Ein Beispiel aber, bei dem auch ein Missverständnis vorliegen kann. Vielleicht dachte der Namensgeber weniger an Schwarzenegger sondern eher an die Bedeutung des Namens im gälischen Ursprung: kleiner Wolf oder kleiner Hund; oder handelt es sich um eine vierbeinige Hommage an den Autor der Sherlock Holmes Gesichten? Dass aber Hunderiesen so flott wie Wyatt Earp oder so revolutionär wie Che sein können, überrascht auf jeden Fall.

Hinter Rehblick, Tannenwichtl, Waldhöhe oder Waldesrain vermutet der Leser völlig zu Recht keine Doggen, Bernhardiner und Co. Hier sind wir in der Abteilung, wo man nicht nur in die Hocke gehen muss, will man seinen Hund hinterm Ohr kraulen, sondern wo man die Vierbeiner ohne vorheriges Krafttraining auf den Arm nehmen kann. Nicht nur Kennern ist bekannt, dass die kleinen Kerle mit den krummen Beinen auch ganz schön ungemütlich werden können. Da sollen wohl Rehblick, Erpel oder Iltis das Wild in Sicherheit wiegen. Die Dackel Rin Tin Tin, Satan und Nero sprechen jedoch eine deutlich Sprache. Oder soll hier doch nur etwas aufgeschnitten werden. Hinter Martina Navratilovas »Killerdog« verbarg sich schließlich ein  Chihuahua.

Als Erinnerung an einen lieben Verwandten sind dann wohl Rosi, Hannes, Benno und Heribert zu verstehen. Mit Meyer hat man sich gleich den ehemaligen Manager eines Bundesliga-Vereins ins Haus geholt; oder ist doch der Geschäftsführer des Verbandes für das Deutsche Hundewesen gemeint? Peinlich wird es, wenn man sein Idol zwar vor dem geistigen Auge hat, sich aber nicht die Mühe macht, einmal nachzuschauen wie es in der fremden Sprache zu schreiben ist. So stieß ich auf eine Whitney Housten (!). Meint der Namensgeber nun Whitney hätte Husten oder doch Apollo 13 (Husten ist ein Problem)? Noch mehr aber beschäftigt meine Fantasie, was ich mir bei Puffs Carola vorzustellen habe!