„du pâturage“

Berger des Pyrénées aus der Zuchtstätte von Udo Kopernik

cbp-Züchter
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Der tut nix!

Er ist unausrottbar – der Ruf des Hundehalters. Er ist universell einsetzbar und vielleicht gerade deshalb ungebrochen populär. Wie dieser Ausruf entstanden ist, lässt sich kaum ergründen, denn schriftliche Quellen gibt es keine. Er lebt durch mündliche Überlieferung. Gerne wird er auf Spaziergängen eingesetzt. Der Hund tobt munter durch die Gegend, entdeckt einen anderen Hund oder einen Menschen, der ebenfalls durch den Park schlendert und los geht’s: Hund rennt los und der Besitzer benutzt den Zauberspruch. Meist dann nicht: „Hier!“ oder „Bei Fuß!“ sondern eben laut und kräftig: „Der tut nix!“ Das Verb muss man sich dabei ziemlich gedehnt vorstellen, so wie Kinder es gerne machen, wenn sie mit ihrer Eisenbahn spielen. Da stellt sich natürlich die Frage, was der Hundebesitzer meint. Will er seinem Hund signalisieren, dass er ein harmloses Opfer vor sich hat und deshalb jede Vorsicht und Zurückhaltung fahren lassen kann? Oder will er dem Gegenüber weismachen, dass der Hund sich ganz ruhig und entspannt verhält, obwohl nun wirklich jeder sieht, dass er volle Kanne auf jemanden los stürmt? Es handelt sich natürlich nicht um eine plumpe Lüge. Der Ausruf ist einfach nur verstümmelt, zumindest stark verkürzt. Bei häufig verwendeten Floskeln ist dies gebräuchlich, weil man davon ausgeht, dass der Adressat schon  wissen wird, was gemeint ist. Der Hundehalter meint also: Der Hund wird Ihnen nichts antun, wenn er sie gleich erreicht hat. Wobei das Nichtstun für den Besitzer des Hundes eine andere Qualität haben wird, als für denjenigen, den der Hund erreicht. Tatsächlich aber sagt der Hundebesitzer etwas ganz anderes: „Der Hund tut nicht, was ich will!“ und hat damit schon kapituliert. Ein Zustand, den der Empfänger der Botschaft bald mit ihm teilen wird.
Der organisierte Hundehalter verwendet diesen Zauberspruch auch gerne. Selbst der, der seinen Hund in vorbildlicher Weise im Griff hat. Dieser setzt ihn dann weniger, bzw. gar nicht während eines Spazierganges mit dem Hund ein, sondern an anderer Stelle. Dann ist es der Vorstand seines Vereins, der nichts tut. Hier ist natürlich nicht gemeint, dass er in einem Verein Mitglied ist, dessen Vertreter ungefährlich sind und sich gesittet zu benehmen wissen. Der organisierte Hundehalter leidet zusammen mit seinem Vierbeiner unter immer stärkeren Restriktionen und ständig steigenden Steuersätzen; und der Vorstand? …
Tja, man müsste vielleicht in Darmstadt leben. Denn dort hat sich was getan. Da haben sich ein paar engagierte Hundehalter mit dem Tierschutzverein und den Repräsentanten einer kleiner Bürgerliste im Stadtrat an einen Tisch gesetzt und beraten. Das ist so außergewöhnlich vielleicht noch nicht, denn Beratungen finden vielerorts statt. Man kam zu dem Schluss, dass es für alle Bürger der Stadt angenehmer ist, wenn die Hundehalter etwas über Hundehaltung verstehen und die Vierbeiner auch noch vernünftig ausgebildet sind. Dass eine Haftplichtversicherung für das Tier sinnvoll ist, war auch unstrittig. So weit so gut und alles relativ unspektakulär. In jeder Hinsicht bemerkenswert aber ist, dass es ihnen gelang, fast den gesamten Stadtrat davon zu überzeugen (69 gegen 2 Stimmen), über das Lenkungsinstrument Hundesteuer entsprechende Anreize zu setzen. Wer also heute in Darmstadt mit seinem Hund den VDH-Hundeführerschein erworben oder die Begleithundeprüfung abgelegt hat, zahlt nur noch die halbe Hundesteuer. Und wer dann seinen Hund auch noch versichert, zahlt gar nichts mehr. Besitzer so genannter Kampfhundrassen, die auch in Darmstadt kräftiger zur Kasse  gebeten werden, können durch bestandenen Wesenstest und eine Sachkundeprüfung die Vergünstigung ebenfalls erhalten. Da hat sich also etwas getan, weil es ein paar Menschen angeschoben haben. 
Nun kann ich mir nicht vorstellen, dass Darmstadt derart unrepräsentativ in Deutschland ist. Als Universitätsstadt wird man natürlich gerne für sich in Anspruch nehmen, das hier Vernunft und Bildung zu Hause sind. Aber kein Stadtrat der Welt wird den umgekehrten Anspruch für sich reklamieren. Dieses Beispiel macht sehr deutlich, dass man eben was tun muss, wenn man etwas verändern will. Wenn der Hund nicht gehorcht und sich flegelhaft benimmt, werden Appelle gar nichts bewirken. Wenn ich dann selbst nicht weiterkomme, brauche ich Hilfe. Die fällt nicht vom Himmel, die muss man suchen. Und wenn ich mit den Gegebenheiten an meinem Wohnort nicht zufrieden bin, nützt es rein gar nichts, beim nächsten Mal nicht zur Wahl gehen, weil die im Stadtrat ja doch nichts tun und wenn, dann höchstens das Falsche. Irgend ein Vorstand oder ein Verband wird in Dingensstadt keinen Einfluss nehmen können. Gerade aber auf kommunaler Ebene aber, kann man mit etwas Engagement und dem entsprechenden Beharrungsvermögen, dass man sich bei den meisten Hunden leicht abgucken kann, vieles erreichen. Nur Mut, versuchen Sie es einmal!  

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