In der Sendung vom 27. August 2009 bezog sich Markus Lanz auf einen Auftritt von Dunja Hayalsi Hund Emma im heute journal des zdf, der allerdings schon mehr als ein Jahr zurück liegt. In der Februar-Ausgabe der HundeWelt war ich mit einer Kolumne auf den viel beachteten Auftritt eingegangen:
Die kleinen Dinge
Wer hätte das gedacht? Da schlägt eine Katze hohe Wellen bei Hundefreunden und sorgt für Aufregung. Bei Hunden selbst, kann man das erwarten. Zumindest wenn man dem gängigen Vorurteil folgt, Hunde und Katzen könnten einander nicht ausstehen. Es gibt Menschen, die haben Hund und Katze unter einem Dach. Die sehen das anders. Ich selbst neige auf Grund eigener Erfahrung eher zu einer differenzierten Sicht in dieser Angelegenheit. Besuche ich in Begleitung meiner beiden Hunde die Nachbarn in deren Hof auf einen Schwatz und deren beiden Katzen lümmeln gerade dort ein wenig herum, geschieht zwischen den Tieren wenig. Man beobachtet einander aus dem Augenwinkel – sonst nichts. Bei einer Begegnung außerhalb des Nachbargrundstücks oder erst recht in unserem Garten entwickelt sich die Angelegenheit völlig anders und das in sehr atemberaubender Geschwindigkeit. Da setzen meine beiden rigoros ihre Weltanschauung und Ordnung der Dinge durch. Dazu scheint zu gehören, dass Katzen auf Bäumen leben – oder zumindest gehören. So werden sie dann dahin getrieben, was weder den Katzen gefällt noch die Zustimmung der Vögel, die zuvor dort saßen, findet. Eine Menge Aufruhr, bei der ich mich jedes Mal frage, ob es das alles wert sei. Außer einer Menge Krach geschieht aber nie etwas Ernstes; niemand kommt zu Schaden. Kürzlich bildeten nun zwei Katzen den Hintergrund für ein als besonders tierfreundlich eingeschätztes Urteil des Bundesgerichtshofes. Geklagt hatte ein Mieter, der zwei Katzen halten wollte, obwohl eine Klausel seines Mietvertrages, die Tierhaltung generell untersagte und nur Zierfische und Ziervögel zuließ. Das ging den Richtern zu weit, weil sie auch die Haltung von „unproblematischen“ Tieren wie Hamstern oder Schildkröten, die in Käfigen gehalten werden, unmöglich mache. Und obwohl die Richter in ihrem Urteil offen ließen, ob die Haltung größerer Haustiere – also Katzen und Hunde – zum vertragsgemäßem Gebrauch einer Mietwohnung gehören, löste dieses Urteil einen richtigen Medienrummel aus. Die großen Nachrichtenmagazine griffen das Thema ebenso auf wie die Fernsehsender in ihren Nachrichtensendungen. Am erstaunlichsten war für mich die Kommentierung im ZDF-heute journal. Zum Abschluss der Sendung hatte vor der Sprecherin Dunja Hayali ihr Retriever Emma auf dem Moderatorentisch Platz genommen. Und während dieser groß im Bild war, bekannte Claus Kleber: „Es sind halt manchmal die kleinen Dinge, die am längsten nachwirken – wir berichten ja grundsätzlich nie über was Unwichtiges – aber wir beide haben gerade festgestellt, Dunjas Meldung, dass der Bundesgerichtshof die Haltung von Tieren im Haus seit heute großzügiger beurteilt als bisher, hat unser Leben am stärksten verändert.“ Worauf die Hundebesitzerin ergänzte: „Und verschönert.“ Damit wurde sehr treffend zum Ausdruck gebracht, was sicher viele Hundebesitzer bei bekannt werden der Meldung empfunden haben. Vielleicht ein Grund dafür, dass der Besuch des Hundes im Studio selbst zur Nachricht wurde und am nächsten Tag zu weiteren Berichten, Meldungen und Kommentierungen führt – dabei durchaus auch etlichen kritischen. Themen über Hunde sprechen meistens auch eine emotionale Seite an. Das ist auch gar nicht weiter schlimm. In Fall der Gerichtsentscheidung sollte man aber einen kühlen Kopf bewahren. Denn die Haltung von Hunden in Mietwohnungen wird jetzt nicht automatisch erleichtert; aber im Einzelfall müsse eine umfassende Abwägung der Interessen von Mieter und Vermieter erfolgen, so die Richter. Das ist aber schon eine bessere Ausgangslage – auch für Hundehalter – als vor dem Urteil. Kein Grund zum Ärger also. Ich habe mich über Emmas Besuch im Studio gefreut und stimme Claus Kleber gerne zu. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die nachwirken. Ich fürchte nur, Nachbars Katzen werden davon in unserem Garten nicht profitieren.
Die kleinen Dinge
Wer hätte das gedacht? Da schlägt eine Katze hohe Wellen bei Hundefreunden und sorgt für Aufregung. Bei Hunden selbst, kann man das erwarten. Zumindest wenn man dem gängigen Vorurteil folgt, Hunde und Katzen könnten einander nicht ausstehen. Es gibt Menschen, die haben Hund und Katze unter einem Dach. Die sehen das anders. Ich selbst neige auf Grund eigener Erfahrung eher zu einer differenzierten Sicht in dieser Angelegenheit. Besuche ich in Begleitung meiner beiden Hunde die Nachbarn in deren Hof auf einen Schwatz und deren beiden Katzen lümmeln gerade dort ein wenig herum, geschieht zwischen den Tieren wenig. Man beobachtet einander aus dem Augenwinkel – sonst nichts.
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