„du pâturage“

Berger des Pyrénées aus der Zuchtstätte von Udo Kopernik

cbp-Züchter
Home

Aktuelles

Wünsche zum neuen Jahr

Katie Jordan du pâturageMit dem Wünschen ist das so eine Sache. Es gibt Menschen, die behaupten, wunschlos glücklich zu sein. Vielleicht ist das wirklich so oder vielleicht verbirgt sich dahinter die Furcht, etwas Falsches zu fordern, wenn eine Fee erscheint und drei Wünsche frei gibt – da gibt es ein bekanntes Märchen, in dem die Geschichte nach hinten losging… Hinter einer Wunschlosigkeit können aber auch Wünsche stehen, die unerfüllbar erscheinen oder es vielleicht auch sind. Dabei werden doch Dinge angeboten, die keine Wünsche offen lassen sollen. Der neue Bus des FC Bayern wurde so präsentiert. Mit Blick auf den Hund, habe ich allerdings den Wunsch, er – der Bus – möge sich von den Vierbeinern fernhalten.

Wenn das Magazin HundeWelt um meinen Wunschzettel in Sachen Hund bittet, wäre es schön, wenn einer erfüllt werden kann: Unsere Gefährten sollen uns auch in Zukunft begleiten können, ohne in dieser engen Beziehung ausgenutzt oder missbraucht zu werden.
Mensch und Hund haben sich über Jahrtausende hinweg gegenseitig positiv beeinflusst und ich habe den Eindruck, dass diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Damit wir das erreichen, werden jedoch Wünsche wenig ausrichten. Vielmehr wird es Arbeit machen und Beharrlichkeit wird nötig sein.

Baustellen gibt es in der Mensch-Hund-Beziehung genug. Fast weiß man gar nicht, wo man da anfangen soll. Die Zucht wäre ein Beispiel. Und sie steht auch am Beginn des Hundelebens. Hier beobachten wir eine Schere, die sich zwischen der kontrollierten Zucht und dem rücksichtlosen Handel mit Welpen immer weiter öffnet. Besonders deutlich wird dies bei den kurznasigen Rassen, weil diese gerade so beliebt sind. Während innerhalb des VDH die Anforderungen immer strenger werden und auch deshalb immer weniger Welpen geboren werden, floriert der graue und schwarze Markt. Die Zahlen sind erschreckend. Im Verband 2013 wurden insgesamt 789 Welpen der Rassen Mops, Bully & Co. 789 geboren (zum Vergleich im gleichen Jahr 11.209 Deutsche Schäferhunde), gleichzeitig wurden beim Haustierregister Tasso 11.761 „Kurznasen“ aus diesem Jahrgang eingetragen. Da ist es mehr als nur ein frommer Wunsch, Änderungen an den bestehenden Verhältnissen zu erreichen. Denn während alle Bundesländer sehr genaue Vorstellungen davon haben, was ein Hundehalter alles können und erfüllen muss, um einen Hund zu halten, ist der gesetzliche Rahmen im Hinblick auf die Heimtierzucht sehr vage und wenig verbindlich – solange man nicht gewerbsmäßig züchtet. Die ungenügenden Regeln und mangelhaften Kontrollen beim Handel mit und beim Transport der Welpen tun ein übriges, Geschäftsmachern einen lukrativen Markt zu eröffnen. Zwar konnte die Sensibilität für dieses Thema bei zahlreichen Welpenkäufern durch die Aufklärungsarbeit der AG Welpenhandel (www.wuehltischwelpen.de), die inzwischen auch vom Bundeslandswirtschaftsministerium aufgegriffen wurde, erhöht werden. Wirklichen Erfolg können wir jedoch nur von klugen Vorschriften erwarten, die EU-weit zu Geltung kommen und deren Umsetzung kontrolliert wird. Eine generelle europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht wäre da ein Anfang. Derzeit bleibt aber selbst dies ein unerfüllter Wunsch. So bleibt der dritte Wunsch. Uns und unserer Gesellschaft den Verstand, richtige Entscheidungen zu treffen auch wenn es um den Hund geht. Ein kluger Welpenkäufer fällt nicht auf fragwürdige Angebote herein. Ein verantwortungsvoller Züchter wird gesunde und sozialverträgliche Hunde aufziehen. Ein vorausschauender Kommunalpolitiker wird erkennen, dass hundefreundliche Städte auch dem Menschen gut tun. Diese Liste lässt sich fortführen. Tun Sie es, liebe Leser!

(erschienen in der HundeWelt Januar 2015)

Eine Antwort hinterlassen