„du pâturage“

Berger des Pyrénées aus der Zuchtstätte von Udo Kopernik

cbp-Züchter
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Archiv für den Monat Oktober 2009

Wenn Männer staunen

Samstag, 31. Oktober 2009

2009_10_SonneWas man hier auf dem Bild nicht erkennen und auch nicht hören kann, sind die Kraniche, die am Horizont laut trompetend von ihrem Nachquartier zum Frühstück auf die Felder des Festlands zogen. Was man aber sowohl ein wenig erahnen kann, dass es auch im Urlaub durchaus reizvoll sein kann, früh auf den Beinen zu sein. Obwohl nach landläufiger Auffassung Männer eher über wenig Antennen für Romantik verfügen, scheint mir das im Hinblick für Sonnenauf- und insbesondere Untergänge ein nicht haltbares feminines Vorurteil, was Mann durch sprödes Auftreten tatkräftig unterstützt. Einen eindrucksvollen Beleg dafür können Beobachtungen im Norden Rügens liefern. Vom Wintergarten und der Terrasse des Panoramahotels hat man einen herrlichen Blick auf die Ostsee und Kap Arkona, das im Westen den Horizont bildet. In dieser Himmelsrichtung verabschiedet sich täglich die Sonne. Dort tut sie es besonders eindrucksvoll und mancher, der es erlebt hat, meint Capri sei nichts dagegen. Da die Sonne abends untergeht, kann man bei einem Gläschen Wein und einem leckeren Essen, den visuellen Genuss noch steigern und darüber staunen, was passiert, wenn die Sonne vermeintlich das Wasser berührt. Es sind nicht etwa die Frauen und auch nur hin und wieder vereinzelte verliebte Pärchen, die eng umschlungen den An- und Augenblick genießen. Ansonsten sind es die Jungs, die den Tisch aufgeregt verlassen und auf die Terrasse drängen, weitgehend unter sich. Neuankömmlinge werden am ersten Abend meist noch artig von ihren Damen begleitet. Die Regel ist aber, dass die Burschen unter sich bleiben, während die eine Hälfte versucht, das Bild als Foto zu konservieren und die andere in Nachdenklichkeit versinkt. Das geht mir alles durch den Kopf, während die Sonne aufgeht. Da staunt dann das Käthchen schon wieder; allerdings weder über die aufgehende Sonne, noch über die Rufe der Kraniche. Sie wundert sich, wieso mich diese Aussicht in ihren Bann zieht – kein Wunder, sie ist ja auch ein Mädchen.

Hier gibt es den eindrucksvollsten Sonnenuntergang auf Rügen

Staunt Käthchen?

Freitag, 23. Oktober 2009

2009_1023_Kaethchen_stauntFür den Morgenspaziergang mit einem jungen Hund sollte man grundsätzlich Urlaub haben. Denn der Vierbeiner geht ein paar Schritte, entdeckt irgend etwas völlig unspektakuläres, setzt sich hin und staunt. Der VW-Bus der Kurverwaltung gehörte zu den Dingen, an denen Klein Käthchen drei mal geschäftig vorbeilief, um dann beim vierten Mal wie vom Donner gerührt davor sitzen zu bleiben und sich auch nicht mehr so schnell losreißen ließ. Dann war er ihr wieder ein oder zwei Tage völlig schnuppe, um dann am darauf folgenden Tag die bunte Lackierung zu bewundern. Standardstaunen gab es hingegen an den für Hunden üblichen Landmarken und auf dem Weg vom Hotel weg. Wenn die Morgentoilette erledigt war, folgte sie mir artig, um alle 10 bis 20 Meter sitzen zu bleiben, sich umzudrehen und die Straße zu beobachten. Ich erklärte ihr zwar glaubhaft, dass gar keine Chance bestünde, dass da noch jemand aus dem Bett käme und uns folgen würde. Sie ließ sich aber nicht von ihrem Tun abbringen. Erst wenn ich mich entschieden hatte, dass die Runde zur Hälfte gegangen sei und den Weg zurück zum Hotel antrat, war es mit dem Staunen vorbei. Jetzt übernahm Klein Käthchen die Führung und benötigte manche Ermahnung, Sitzübungen und Kehrtwendungen, um zu lernen, dass sie kein Schlittenhund sondern ein Berger des Pyrénées ist. Da ich an jeden Morgen andere Wege ging, konnte sie sich aber nur im direkten Umfeld des Hotels einen eigenen Stadtplan erstaunen. Trotzdem entwickelte sie ein sicheres Gespür dafür, wann es zurückging. Und da staunte ich dann nicht schlecht.

Frühaufsteher

Montag, 12. Oktober 2009

2009_1012_KaethchenMorgens soll ja die Welt noch in Ordnung sein. Davon kann man sich nur überzeugen, wenn man auch früh unterwegs ist. Im Urlaub mit einem sehr jungen Hund ist man gerne ebenso früh auf den Beinen wie ohne Urlaub aber mit jungem Hund. Wie es mit Urlaub und ohne jungen Hund gewesen wäre, mag ich nicht beurteilen. In der Familie bin ich wegen meines frühen Aufstehens weniger berühmt sondern eher berüchtigt, weil diese Angewohnheiten auch an Wochenenden und eben im Urlaub funktioniert. Dieses Mal aber war ich damit natürlich der Held. Denn einmal munter gab es auch keine Probleme mit der Rollenverteilung, wer für den ersten Ausflug des Tages mit Klein Käthchen zuständig war. Und so lernten der kleine Hund und ich, die Faszination des Erholungsortes ohne Touristen kennen. Die waren natürlich schon noch da, lagen aber in ihren Betten, weil sie keinen kleinen Hund dabei hatten. So lernten wir rasch die Menschen kennen, für die der Urlaubsort zum Alltag gehört. Da begegneten uns nach sechs die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, die damit begannen den Ort herauszuputzen, viele Menschen, die mit allen möglichen Verkehrsmitteln sich auf den Weg zur Arbeit machten und Schulkinder auf Fahrrädern waren auch schon unterwegs. Wie das so ist, freuten die sich über Klein Käthchen, die brav am Rand des Bürgersteigs saß und ihnen nach staunte. Ich wunderte mich über die armen Kinder, die so früh auf den Schulweg gezwungen werden – bis mir einfiel, dass Käthchens große Freundinnen in unserem Dorf, sich um die gleiche Zeit auf den Weg zur Schule machen. Daran merkt man, dass Urlaub ist (meinte das Käthchen?).

Improvisationstalent

Dienstag, 06. Oktober 2009

2009_1006_kaethchenDie Besitzer von Berger des Pyrénées behaupten gerne, dass ihre Hunde über eine gehörige Portion Humor verfügen. Ob diese Eigenschaft tatsächlich den Hintergrund der Verhaltensweisen bildet, die uns Lachen machen, sei einmal dahingestellt. Wie beschrieb es mein Nachbar einmal so treffend bei unseren gemeinsamen Spaziergängen: Dein Hund lässt sich jeden Tag was neues einfallen, damit wir was zu lachen haben. So die Einschätzung des Nichthunde-Halters – was das für Konsequenzen für den um Erziehung bemühten Hundehalter beinhaltet, führe ich hier lieber nicht aus. Der einfallsreiche Hund ist Käthchens Mutter Polie. Die Tochter bewies in unserem „Erziehungsurlaub“, dass sie der Mutter nicht nachsteht. Und beim Training bewies sie Improvisationstalent. Am ersten Abend übten wir auf einer kleinen Wiese am Borner Hafen Herankommen. Renate in der einen Ecke, ich in der anderen und Käthchen hin und her, begleitet von dem Pfiff fürs Herankommen. Die Übung war ihr ohne Schnickschnack zu langweilig und so führte sie ein, dass sie bei Erreichen des Ziels durch die zum Empfang bereiten Hände sprang, in der Luft eine kleine Drehung vollführte und sich startbereit für den nächsten Lauf zwischen die Beine setzte.Da hat man was zu Lachen, was hund nicht entgeht. Als ich dann am nächsten Morgen allein mit Klein Käthchen an der Hafenwiese ankam, zeigte sie mir, dass dieses Spiel auch zu zweit funktioniert. Sie rannte zehn Meter vor und setzte sich hin. Auf Pfiff kam sie angeflitzt, machte ihren einfachen Käthchenberger zwischen den Händen, freute sich über mein Lachen und das Lob und rannte wieder vor … Hund kann also durchaus improvisieren.

Mitbringsel

Freitag, 02. Oktober 2009

2009_1002_enteKäthchen hatte Glück: unmittelbar vor dem Urlaub stand meine Teilnahme an der Internationalen Rassehunde-Ausstellung des VDH in Leipzig an. Bei diesen Veranstaltungen werden nicht nur viele Hunde ausgestellt, man kann auch vorzüglich einkaufen. Und wenn ein junger Hund ins Haus kommt, benötigt man einiges an Zubehör … Da spielt es überhaupt keine Rolle, wenn schon seit etlichen Jahrzehnten Hunde im Haus sind. So gab es also für Käthchen eine Tüte voll Mitbringsel. Auf die neue Leine hätte sie vermutlich verzichten können – ohne laufen ist immer besser. Auch meine bessere Hälfte hielt die Anschaffung für unnötig, hängen doch schon etliche Exemplare an der Garderobe. Aber Mann hat auch mehr als zwei, drei Krawatten. Der Clou war aber eine Ente, die ich bei Bobi entdeckte. Sicher nicht  auf den ersten Blick ein geeignetes Accessoire für einen Pyrenäen-Schäferhund. Aber Hund muss kein Retriever sein, um zu wissen, was lecker ist. Die Stoffente mit dem sonoren Quackton avancierte im Urlaub zum Lieblingsspielzeug. Und entgegen unseren Befürchtungen, dass die anderen Hotelgäste sich vielleicht belästigt fühlten, konnten Käthchen und ihre Ente einen regelrechten Fanclub aufbauen.

Die Ente bei Bobi
Berger des Pyrénées auf der VDH-Bundessieger-Ausstellung