Soll man gar nicht glauben, wenn man sich das Bild so anschaut. Das also soll der Pfiffikus unter den Hütehunden sein? Von den zahlreichen Eigenschaften, die der Rasse zugeschrieben werden, treffen auf die nun gut zwei Wochen alten Welpen noch keine so richtig zu. Die Augen haben sich inzwischen zwar geöffnet, aber die visuelle Wahrnehmung ist noch nicht ausgebildet, weil u.a. das Nervensystem noch nicht entwickelt ist und das Gehirn erst noch lernen muss, die Bilder zu erzeugen. Wie soll man also da ein Pfiffikus unter den Hütehunden sein, wie die Buchautorin Eva-Maria Krämer vor vielen Jahren in der inzwischen eingestellten Zeitschrift „Das Tier“ den Pyrenäen-Hütehund nannte. Auch die Beschreibung des FCI-Standards, der Berger des Pyrénées sei ein Hund, der bei einem Minimum an Größe und Gewicht ein Maximum an Lebhaftigkeit ausstrahle, können unsere Welpen noch nicht erfüllen. Zwar sind sie mit inzwischen knapp einem Kilogramm Körpergewicht nicht wirklich schwer. Und, auch wenn sie in die Hand genommen, vorne und hinten deutlich überhängen, lassen sie sich dennoch auf diese Weise bequem transportieren – sind also nicht wirklich groß. Aber setze ich Größe und Gewicht in Relation, habe ich auch schon die perfekte Erklärung, wieso das mit der Lebhaftigkeit nicht funktioniert kann. Bliebe also derzeit noch eine Chance. Eine Erklärung warum es neben dem Pyrenäen-Schäferhund auch noch den Pyrenäen-Berghund als Hirtenhund gibt. Bei einem „Betriebsausflug“ des Club Berger des Pyrénées in die Pyrenäen teilten wir das Hotel mit einer Seminargruppe von jungen Managern. Und bei einem Flurgespräch erläuterte einer der jungen Männer seinen Kollegen: Der Berghund bewache in der Dunkelheit die Herden weil – nachts schlafe der Labrit (Berger). Diese Eigenschaft beherrschen unsere Welpen noch nicht in Perfektion. Denn zum einem nehmen sie auch nachts gerne ein paar Züge Muttermilch und außerdem können sie das auch tagsüber ganz gut: schlafen.



